Heiligenberg (lat. mons sanctus)

Heiligenberg liegt zwischen 700 und 800 m hoch. Der staatlich anerkannte Luftkurort gilt als die "Aussichtsterrasse des Bodensees". An besonders trüben Herbst- und Wintertagen fahren viele Bodenseebewohner hier hinauf, um über den tief hängenden Nebelwolken etwas Sonne zu tanken. Manchmal fühlt man sich dabei fast so, als säße man in einem Flugzeug hoch über dem See. Insofern passt der touristische Claim "Sonne über dem Bodensee" ganz gut, den sich Heiligenberg gegeben hat. 

In vorchristlicher Zeit war Heiligenberg wohl bereits eine lokale heidnische Kultstätte (wahrscheinlich befand sich diese genau an der Stelle, wo heute die Dorfkirche steht). 1083 wurde der mons sanctus (lat. = der heilige Berg) das erste Mal erwähnt. Im 13. Jahrhundert errichteten die Linzgauer Landgrafen hier eine Burg, die 1535 schließlich in den Besitz des Fürstenhauses Fürstenberg (Stammsitz: Donaueschingen) überging und in ein Schloss umgebaut wurde. Noch heute sind die Fürstenbergs die Besitzer des Schlosses und nutzen das Wahrzeichen des Ortes für die Sommerfrische, Jagden und Feste (wenn die Flagge über dem Schloss weht, ist es für Besucher geschlossen, es sei denn, sie besitzen eine fürstliche Einladung).

Vor allem für Spaziergänger, Wanderer, Walker und Mountainbiker ist Heiligenberg aufgrund seines ausgedehnten Wander- und Radwanderwegenetzes ein Anziehungspunkt. Im Internet erfahren Sie mehr über Heiligenberg auf der Website der Gemeinde: www.heiligenberg.de

Schloss Heiligenberg

Schloss Heiligenberg gilt als das "Linzgauer Renaissance-Juwel". Ursprünglich befand sich eine Burg an der exponierten Stelle, die heute das Schloss einnimmt. Diese wurde von den Fürstenbergs (die auch dem früher deutschlandweit bekannten Fürstenberg-Bier seinen Namen gaben; Fürstenberg "Eines der besten Biere der Welt"; www.fuerstenberg.de) zwischen 1560 und 1575 von einer spätmittelalterlichen Burg zu einem imposanten Schloss umgebaut.

Eine Schlossführung ist äußerst empfehlenswert. Dabei kann man vom bekanntem Rittersaal aus einen der fantastischsten Blicke auf den Bodensee und die Alpenkette genießen. Der Rittersaal von Schloss Heiligenberg ist einer der prächtigsten Festsäle der deutschen Spätrenaissance und zusammen mit dem Rittersaal im Schloss Weikersheim einer der wenigen erhaltenen Prunkräume dieser Zeit.

Schlossbesichtigungen werden von Ostern bis Ende Oktober täglich um 11:00 Uhr, um 14:00 Uhr und um 15:30 Uhr angeboten (montags ist Ruhetag); Erwachsene bezahlen EUR 10,-. Für Kinder bis 14 Jahre ist der Eintritt frei. Mehr über Schloss Heiligenberg erfahren Sie im Internet unter: www.schloss-heiligenberg.de

Freundschaftshöhle

Auch der "mons sanctus" hatte seine Hillbillys. Die so genannte "Freundschaftshöhle" liegt gegenüber dem Schloss, an der steilen, eiszeitlichen Moränenkante.

Die Herkunft des Namens "Freundschaftshöhle" ist ungewiss. Nachgewiesen ist, dass hier spätestens seit 1688 "ein Häuschen in den Felsen eingebaut" war, wie Eduard Berenbach 1935 in seinem Buch Heiligenberg beim Bodensee beschrieb. Und er fährt fort: "Das Häuschen war von einem Tagelöhner bewohnt..." 1765 gibt es einen weiteren Hinweis auf die bewohnten Höhlenräume. Ein gewisser Hans Georg Sauter aus Leustetten versuchte den damaligen Fürsten Joseph Wenzel zu Fürstenberg mit einer Eingabe dazu zu bewegen, dem "Hüllelein- oder Felsenmann" zu helfen, der sich schon "gegen 30 Jahre" mit einer "ganz schlechten Wohnung in einem nächst an dem Heiligenberg stehenden Felsen, das Hüllele genannt" (aus der Verkleinerungsform von Höhle = Höhlele entstanden) begnügen müsse. Das Gesuch wurde abgelehnt. Bis ins Jahr 1802 bewohnten Menschen diese unwirtlichen Höhlen.

Heute kann man auf einem mit Geländern abgesicherten Höhenweg die Höhle besuchen. Das lohnt sich schon allein wegen der äußerst reizvollen Ausblicke, die man dabei immer wieder genießen kann. Wir empfehlen, unbedingt dem Weg weiter hinauf zu folgen bis zum Aussichtspunkt Bellevue, von wo aus man – wie der Name schon sagt – einen grandiosen Blick auf den See und die Alpen hat.

Höhenfreibad

Das Heiligenberger Höhenfreibad liegt in 730 m Höhe über dem Linzgau, direkt neben Schloss Heiligenberg. An klaren Föhn-Tagen kann man von hier aus einen tollen Ausblick auf Bodensee und Alpen genießen.

Mit einem 30 m langen Schwimmbecken inklusive Nichtschwimmerbereich, einem Kleinkinderbecken, einem Wickelraum, einer hübschen Liegewiese mit Schatten spendenden Bäumen und einem angegliedertem Minigolfplatz ist es zwar kein Bad der Superlative und der Attraktionen, aber ein sehr angenehmes, nicht allzu überlaufenes Familienbad, fast mit dem Charme eines Schwimmbades aus der guten alten Zeit. Ein weiterer Vorteil: Während am See alle vor Hitze zerfließen, herrschen hier aufgrund der Höhe und Lage oft noch recht moderate Temperaturen.

Geöffnet hat das Heiligenberger Höhenfreibad bei schönem Wetter täglich von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr, in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte September. Parken kann man oberhalb des Bades (P am Rathaus); von dort sind es etwa 2 min. zu Fuß zum Bad. Mehr dazu gibt's im Internet auf der Website von Heiligenberg: www.heiligenberg.de/data/hoehenfreibad.php